Life

Die Wahrheit über mein erstes Studienjahr

Heute starte ich mein 5. Semester BWL (Betriebswirtschaftslehre) an der Universität Wien und ich freu mich sogar irgendwie. Die Kurse, die ich dieses Semester belege, klingen sehr interessant. Aber heute möchte ich nicht über mein kommendes Semester schreiben, sondern über die Anfänge meines Studiums.

Im Juni 2016 habe ich erfolgreich meine Matura bestanden und wollte nachher unbedingt studieren. Planerin, wie ich bin, habe ich mir natürlich schon lange vorher Gedanken gemacht, was ich denn studieren möchte. Die Wahl fiel dann schlussendlich auf BWL. Ich glaube nur zwei Wochen nach der Maturafeier hatte ich mich schon angemeldet.
Im Oktober ging es dann los. Ich war so aufgeregt, aber auch excited endlich studieren zu dürfen. Doch als die erste Woche begann, ist meine Schüchternheit so richtig wieder aufgetaucht. So viele neue Menschen und eine neue Umgebung … und ich kenne absolut keinen. Gott sei Dank wurden wir aber in Gruppen eingeteilt für diverse „Spiele“, so durfte ich ein freundliches Mädchen kennenlernen.
Hier war mein erster Fehler: Ich glaube wir waren beide mit der Situation etwas überfordert und fanden es “uncool“ an diesen Aktivitäten teilzunehmen. Also haben wir uns davon distanziert. Im Nachhinein denke ich mir, was für ein Blödsinn! Auch wenn diese Spiele kindisch wirken, sie sorgen dafür, dass man Leute kennenlernt. Hätte ich die Chance diese Woche wieder zu erleben, würde ich auf jeden Fall teilnehmen.

Zeit vergeht und bald sind wir zu viert. Dies änderte sich dann aber auch wieder als die STEOP Phase ein Ende nahm und wir verschiedene Kurse wählten. Ich habe mich einsam und verloren im System gefühlt. Zusätzlich sind die Kurse am Anfang des Studiums nicht immer die interessantesten. Alles zusammen hat es mich an der Entscheidung der Studienwahl zweifeln lassen bzw. “Was fange ich mit meinem Leben an?!“.
Drei, vier Monate ging es mir psychisch richtig schlecht und ich war bereit das Studium abzubrechen. Doch was war die Alternative? Mein Leben ein einziges Chaos zu diesem Zeitpunkt. Long story short, ich habe das Studium letztendlich nicht abgebrochen und mich im Sommersemester nochmal versucht mit dem Studium anzufreunden. Außerdem habe ich mich öfters mit einem anderen Mädchen getroffen und wir sind schnell gute Freunde geworden. Es ging mir wieder besser, aber ich war trotzdem nicht zufrieden, weil ich noch immer nicht sehr viele Leute kennengelernt habe.

Fast forward zum 3. Semester: Vor einem Jahr habe ich dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und bin zum Welcome Day der Business Consulting Society gegangen. Dort habe ich mich dann in die Liste für das Core Team eingeschrieben. Für eine Zeit lang habe ich mir nur gedacht „Was habe ich nur getan…“. Das Ganze war sehr out of my comfort zone, aber ich habe es trotzdem durchgezogen!
Jetzt ein Jahr später weiß ich, dass es die beste Entscheidung war seit langem. Ich habe ganz viele liebe Menschen kennengelernt und bin noch immer im Verein aktiv. Und wie bereits oben erwähnt, freue ich mich jetzt sogar auf das studieren.

Lasst euch von den ersten Monaten im Studium nicht abschrecken. Nehmt an allen “komischen“ Spielen teil und engagiert euch. Ihr werdet euren Platz finden, ich verspreche es.

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